Phase 4: Marketing

Marketing für Gründer:innen:
was nach der Gründung wirklich zuerst zählt

Positionierung, Zielgruppe und die ersten Marketingschritte ohne großes Budget, geordnet nach dem, was tatsächlich zuerst geklärt werden sollte.

Direkt nach der Gründung zählt beim Marketing zuerst eine klare Positionierung, nicht die Wahl eines Social-Media-Kanals oder ein aufwendiges Website-Design. Wer zuerst klärt, wem das Angebot konkret hilft, welches Problem gelöst wird und warum jemand sich dafür entscheiden sollte, kann jede spätere Maßnahme gezielt darauf aufbauen. Ohne diese Grundlage entsteht meist ein Sammelsurium einzelner Aktionen, die sich gegenseitig nicht verstärken.

Dieser Beitrag ordnet die ersten Marketingschritte für Gründer:innen mit begrenztem Budget: Positionierung, Zielgruppendefinition, eine erste Online-Präsenz und die Nutzung bestehender Netzwerke. Es geht um Orientierung für den Einstieg, nicht um eine vollständige Marketingstrategie für jede Branche.

Sechs Schritte für den Einstieg

1

Positionierung vor Kanal-Auswahl klären

Bevor ein Kanal wie Instagram oder eine Website entsteht, hilft eine klare Antwort auf drei Fragen: Wem hilft das Angebot konkret, welches Problem wird gelöst, und warum sollte diese Person sich für Sie statt für eine Alternative entscheiden. Ohne diese Antwort wirkt jede spätere Maßnahme zufällig zusammengestellt.

2

Zielgruppe eng statt breit fassen

Eine Beschreibung wie „alle, die Interesse haben könnten“ lässt sich in keiner Marketingmaßnahme sinnvoll umsetzen. Hilfreicher ist eine enge Beschreibung: Beruf oder Lebenssituation, Ort, konkretes Problem, das die Person gerade hat. Eine engere Zielgruppe lässt sich gezielter ansprechen als eine vage große.

3

Einen Kanal wählen, nicht fünf gleichzeitig

Am Anfang steht selten die Zeit zur Verfügung, mehrere Kanäle parallel zu bespielen. Sinnvoller ist es, einen Kanal auszuwählen, auf dem sich die eigene Zielgruppe nachweislich aufhält, und diesen über mehrere Wochen konsequent zu nutzen, statt sich auf viele Kanäle zu verteilen und keinen davon regelmäßig zu bedienen.

4

Eine erreichbare Kontaktmöglichkeit schaffen

Ob eine einfache Website, ein Google-Unternehmensprofil oder ein Business-Profil in einem sozialen Netzwerk: Interessierte brauchen einen Ort, an dem sie das Angebot nachlesen und Kontakt aufnehmen können. Diese Grundlage sollte vor größeren Werbemaßnahmen stehen.

5

Bestehende Netzwerke aktiv nutzen

Frühere Kolleg:innen, ehemalige Kommiliton:innen, Vereine, Communitys aus der eigenen Herkunftsregion in Deutschland: Diese Kontakte kennen die eigene Arbeitsweise bereits und empfehlen oft eher weiter als eine anonyme Anzeige es leisten kann.

6

Ergebnisse dokumentieren, bevor sie gebraucht werden

Ein kurzes Feedback einer zufriedenen Kundin, ein Vorher-Nachher-Beispiel, eine kurze Fallbeschreibung: Diese Belege lassen sich später für eine Website, ein Angebot oder ein Verkaufsgespräch nutzen. Wer erst danach sucht, wenn sie gebraucht werden, hat oft keine griffbereit.

Erste Online-Präsenz: Orientierung zu Kosten und Aufwand

Für eine erste Kontaktmöglichkeit im Internet gibt es unterschiedliche Wege. Die folgende Übersicht ordnet drei gängige Optionen grob nach Kosten und Aufwand ein. Es handelt sich um Richtwerte zur Orientierung, keine verbindliche Kalkulation für einen bestimmten Anbieter.

OptionRichtwert KostenAufwandEinordnung
Baukasten-System (z. B. für einfache One-Pager)0 bis rund 15 Euro / MonatGering, meist an einem Nachmittag machbarReicht für eine erste Visitenkarten-Website mit Kontaktmöglichkeit
Content-Management-System mit VorlageRund 5 bis 30 Euro / Monat (Hosting, Domain)Mittel, mehrere Tage bis wenige WochenMehr Kontrolle über Struktur und spätere Erweiterung
Individuell entwickelte WebsiteMeist ab mehreren hundert Euro aufwärts, je nach UmfangHoch, oft mehrere WochenErst sinnvoll, wenn ein Baukasten die Anforderungen nicht mehr abdeckt

Stand der Preisangaben: allgemeine Marktbeobachtung, kann sich ändern. Es handelt sich um illustrative Richtwerte, keine Preisgarantie für ein bestimmtes Angebot.

Typische Stolpersteine beim Marketingstart

Diese Muster kosten häufig Zeit und Budget, ohne dass am Ende mehr Anfragen entstehen. Sie verdienen unabhängig von der eigenen Branche eine genauere Prüfung, bevor Geld oder Zeit investiert wird.

Werbebudget vor Positionierung ausgeben

Bezahlte Anzeigen ohne klare Positionierung verteilen Budget an eine unscharfe Zielgruppe. Das Ergebnis lässt sich später kaum auswerten, weil unklar bleibt, wer überhaupt angesprochen werden sollte.

Alle Kanäle gleichzeitig bespielen wollen

Wer versucht, von Anfang an auf fünf Plattformen aktiv zu sein, bricht die Regelmäßigkeit meist innerhalb weniger Wochen ab. Ein Kanal, der konsequent bedient wird, wirkt glaubwürdiger als fünf, die unregelmäßig gepflegt werden.

Anbieter, die schnellen Erfolg versprechen

Zusagen wie „garantiert mehr Kunden in 30 Tagen“ lassen sich seriös nicht geben, weil das Ergebnis von der eigenen Umsetzung, der Marktlage und vielen weiteren Faktoren abhängt. Solche Versprechen sind ein Warnsignal, unabhängig vom Preis des Angebots.

Design vor Inhalt priorisieren

Eine aufwendig gestaltete Website ohne klare Aussage, wem sie hilft und wie Kontakt aufgenommen wird, bringt selten mehr Anfragen als eine einfache Seite mit klarer Botschaft.

Grenzen dieser Information

Dieser Beitrag behandelt allgemeine Marketingorientierung. Er ersetzt keine individuelle Beratung zu Ihrer konkreten Branche, Ihrem Standort oder Ihrer Zielgruppe. Auch Fragen zu Wettbewerbsrecht bei Werbeaussagen, zu Impressumspflichten oder zu branchenspezifischen Werbebeschränkungen, etwa im Gesundheits- oder Finanzbereich, werden hier nicht behandelt und sollten im Zweifel mit einer entsprechend spezialisierten Stelle geklärt werden.

Meine KI-Akademie erklärt Marketinggrundlagen allgemein, die Inhalte auf dieser Seite werden automatisiert über ein KI-System als Werkzeug zur Orientierung erstellt. Für eine auf Ihre individuelle Situation zugeschnittene Einschätzung, insbesondere zu rechtlichen oder steuerlichen Fragen rund um Ihre Selbstständigkeit, verweisen wir an die zuständige IHK, HWK oder eine Gründungsberatungsstelle.

Häufige Fragen

Womit sollte ich beim Marketing als Gründer:in zuerst anfangen?

Mit der Positionierung: wem Sie konkret helfen, welches Problem gelöst wird, und warum jemand sich für Ihr Angebot entscheiden sollte. Erst danach lohnt sich die Auswahl eines Kanals oder die Gestaltung einer Website. Ohne diese Grundlage wirkt jede Maßnahme zufällig.

Kann ich Marketing ganz ohne Budget betreiben?

Vollständig ohne jeden Aufwand selten, aber mit sehr geringem Budget durchaus. Ein Google-Unternehmensprofil, ein Business-Profil in einem sozialen Netzwerk und die Ansprache des eigenen Netzwerks kosten in der Regel kein Geld, nur Zeit. Bezahlte Werbung ist erst sinnvoll, wenn die Positionierung steht und eine erste Kontaktmöglichkeit existiert.

Wie eng sollte meine Zielgruppe zu Beginn sein?

Enger als die meisten Gründer:innen zunächst annehmen. Eine Beschreibung wie „Selbstständige mit internationaler Biografie in Berlin, die eine erste Website brauchen“ lässt sich gezielt ansprechen. „Alle, die ein Business haben“ dagegen kaum.

Brauche ich sofort eine eigene Website?

Nicht zwingend am ersten Tag, aber eine erreichbare Kontaktmöglichkeit sollte früh stehen, ob als einfache Baukasten-Seite, Google-Unternehmensprofil oder Business-Profil in einem sozialen Netzwerk. Wichtiger als die technische Lösung ist, dass Interessierte Sie überhaupt finden und erreichen können.

Wie finde ich heraus, welcher Kanal zu meiner Zielgruppe passt?

Am zuverlässigsten durch direkte Nachfrage bei bestehenden Kontakten oder ersten Kund:innen: Wo informieren sie sich über Angebote wie Ihres. Ohne diese Information bleibt die Kanalwahl eine Vermutung, die sich erst nach Wochen bestätigt oder widerlegt.

Was, wenn ich noch keine Rechtsform oder Anmeldung abgeschlossen habe?

Positionierung und Zielgruppendefinition lassen sich bereits vor Abschluss der formalen Gründung durchdenken. Für die Frage, welche Rechtsform, Anmeldung oder Genehmigung im konkreten Fall notwendig ist, verweisen wir an die zuständige IHK, HWK oder eine Gründungsberatungsstelle.

Weiterführend

Welche Marketing-Module passen zu Ihrer Situation?

Die KI-Diagnose ordnet Ihre aktuelle Phase ein und schlägt automatisch passende Module aus dem Kurs-Katalog vor, etwa zu Positionierung oder digitalem Marketing. Kostenfrei, der Erfolg der Umsetzung hängt von Ihrem eigenen Vorgehen ab.

Diese Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Sozialberatung. Bei aufenthaltsrechtlichen Fragen wenden Sie sich an die zuständige Ausländerbehörde oder eine Migrationsberatungsstelle. Bei Fragen zu Rechtsform, Gewerbeanmeldung oder Förderprogrammen wenden Sie sich an die zuständige IHK, HWK oder Gründungsberatungsstelle.

Konzept-Phase. Alle Inhalte sind vorläufig. Echte Plattform startet mit Pilot-Foundern Q3/2027.